Zur Bewältigung der zunehmenden Hitzebelastung infolge des Klimawandels ist ein vertieftes Verständnis der Auswirkungen auf verschiedene Lebensbereiche erforderlich. Steigende Temperaturen betreffen nicht nur die menschliche Gesundheit, sondern auch Pflanzen, Tiere, Infrastruktur sowie das soziale Zusammenleben. Bisher konzentrierte sich die Forschung zu Hitzeereignissen und entsprechenden Anpassungsstrategien jedoch vorwiegend auf urbane Räume, während ländliche Regionen vergleichsweise wenig berücksichtigt wurden. Vor diesem Hintergrund verfolgt das Projekt „HiT“ das Ziel, Hitzeherausforderungen in einem Stadt-Land-Transekt am Beispiel von Straubing und dessen Umland zu analysieren und darauf aufbauend systemische sowie praxistaugliche Lösungsansätze zu entwickeln.
Im Rahmen des Projekts werden unterschiedliche Perspektiven und Themenfelder in vier Arbeitspaketen untersucht, die soziale Aspekte, die Wechselwirkungen von Hitze und Wasser, die Landwirtschaft sowie Fragen der Stadt- und Ortsentwicklung adressieren. Arbeitspaket (AP) 1, befasst sich mit der Wahrnehmung von Hitze in der Bevölkerung sowie deren gesundheitlichen Auswirkungen und wird vom Team der Professur Marketing und Management Nachwachsender Rohstoffe bearbeitet.
Ziel von AP1 ist es, das subjektive Hitzeempfinden verschiedener Bevölkerungsgruppen systematisch zu erfassen und Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Räumen herauszuarbeiten. Neben allgemeinen Wahrnehmungsmustern werden insbesondere die mentalen und gesundheitlichen Auswirkungen von Hitze auf besonders betroffene Gruppen untersucht. Hierzu zählen unter anderem wohnungslose Menschen, im Freien arbeitende Personen – insbesondere in der Landwirtschaft – sowie Menschen, die in sozialen Einrichtungen wie Pflegeheimen leben. Diese Gruppen sind Hitze in besonderem Maße ausgesetzt und verfügen oftmals nur über eingeschränkte Möglichkeiten zur Anpassung.
Im Einzelnen sollen mit Hilfe von AP1 folgende Fragen beantwortet werden:
(1) Wie wird Hitze von unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen in städtischen und ländlichen Räumen subjektiv wahrgenommen?
(2) Welche mentalen und gesundheitlichen Auswirkungen hat Hitze auf besonders vulnerable Gruppen am Beispiel von:
(2.1.) wohnungslosen Menschen
(2.2.) im Freien Arbeitenden (mit Fokus auf die Landwirtschaft)
(2.3.) Menschen in sozialen Einrichtungen?
Projektleitung: Prof. Dr. Klaus Menrad
Projektkoordination: Dr. Agnes Emberger-Klein, Katrin Brückner, MSc.
Projektbearbeitung: Estelle Blättermann, MSc.; Dr. Agnes Emberger-Klein; Katrin Brückner, MSc.
Das Projekt wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert und läuft vom 01.03.2026 bis 28.02.2030.
Zu den Projektpartnern gehören neben der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) die Stadt Straubing, der Landkreis Straubing-Bogen, die Stadtwerke Straubing, die Stadt Geiselhöring, die Gemeinde Mitterfels, das BTZ – VdK Rehawerk inkl. Dimetria, die Papst Benedikt Schule, die Barmherzigen Brüder, der Bayerische Bauernverband, mehrere landwirtschaftliche Betriebe und Unternehmen, das Landeskuratorium für pflanzliche Erzeugung in Bayern e.V., die Wohngemeinschaft St. Hildegard sowie die University of Melbourne.
Weitere Abbildungen
Projektdauer
2026-03-01 – 2030-02-28
Beteiligtes Personal
Projektleitung
Projektkoordination
Projektausführung
Estelle Blättermann, M.Sc.
Professur Marketing und Management Nachwachsender Rohstoffe
- Wissenschaftliche Mitarbeiterin
- Telefon:
- +49 9421 187-218
- Email:
- estelle.blaettermann@hswt.de
Soziale Landwirtschaft stellt einen zusätzlichen Betriebszweig im Rahmen der Diversifizierung landwirtschaftlicher Betriebe dar und trägt gleichzeitig zur Stärkung des sozialen Sektors im ländlichen Raum bei. Beispiele hierfür sind unter anderem Bauernhofkindergärten, Betreuung von Senioren sowie Inklusionsarbeitsplätze. Die Ziele des Projekts lassen sich in zwei Bereiche untergliedern. Zum einen soll der Betriebszweig Sozialen Landwirtschaft in Bayern gestärkt werden. Zum anderen werden innovative Ansätze zur Verbesserung der sozialen Strukturen im ländlichen Raum ausgearbeitet.
Zur Umsetzung dieses Vorhabens stehen die folgenden spezifischen Projektziele im Mittelpunkt:
Untersuchung des Wissensstandes und des Interesses bayerischer Landwirte an Sozialer Landwirtschaft sowie an entsprechenden Konzepten für verschiedene Zielgruppen
Nachfrageanalyse für die Soziale Landwirtschaft aus Sicht potenzieller Nutzergruppen
Systematischer Aufbau und Evaluation ressortübergreifender, regionaler Netzwerke zur Unterstützung bei der Umsetzung von Angeboten in der Sozialen Landwirtschaft (Reallabore)
Weiterentwicklung praxisorientierter Informationsmaterialien und Konzepte (z. B. Tools zur Ermittlung der Wirtschaftlichkeit, Unterlagen zur Zusammenarbeit mit potenziellen Kooperationspartnern)
Entwicklung von Handlungsempfehlungen für Politik, Verbände und weitere relevante Akteure zur Förderung der Bekanntheit und Verbreitung Sozialer Landwirtschaft
Projektleitung: Prof. Klaus Menrad
Projektkoordination: Dr. Thomas Decker
Projektbearbeitung: Guido Cremerius M.A.; Dr. Thomas Decker
Projektdauer
2025-04-01 – 2028-03-31
Beteiligtes Personal
Projektleitung
Projektkoordination
Projektausführung
Guido Cremerius, M.A.
Professur Marketing und Management Nachwachsender Rohstoffe
- Doktorand
- Wissenschaftlicher Mitarbeiter
- Telefon:
- +49 9421 187-207
- Email:
- guido.cremerius@hswt.de
Projektpartner
Funding
Förderprogramm: Förderung der Agrarforschung durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus
Förderer: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus
Träger: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus
- Förderungs-ID
- A/24/17
Die Transformation einer fossilbasierten zu einer biobasierten Wirtschaft lässt eine erhöhte Holznutzung erwarten. Holz ist der bedeutendste nachwachsende Rohstoff. Zur effizienten Nutzung und langfristigen Kohlenstoffbindung ist jedoch eine zirkuläre Holznutzung unerlässlich. Im Jahr 2018 wurden von den in Bayern angefallenen 1,59 Mio. Tonnen Altholz nur 20 Prozent stofflich, dagegen 80 Prozent energetisch genutzt, obwohl die überwiegende Menge den Kategorien A I (nicht verunreinigt) und II (nur geringfügig verunreinigt) zuzuordnen ist. In der Bundesrepublik Deutschland herrscht eine ähnliche Diskrepanz zwischen stofflicher und energetischer Altholznutzung. Insofern besteht dringender Handlungsbedarf hin zu einem kreislauforientierten Paradigmenwechsel in der Altholzverwendung, um das Substitutions- und Kohlenstoffspeicherungspotenzial deutlicher auszuschöpfen. Zur Schaffung kaskadierender Wertschöpfungsketten sind gemeinsam mit Schlüsselakteur:innen Innovationen zu entwickeln, die vom kreislaufgerechten Design über Logistik und Aufbereitungskonzepte bis hin zu stofflichen Altholznutzungspfaden reichen.
Ziel des Vorhabens ist somit die Erstellung eines Innovationskonzepts zur stofflichen Nutzung von Altholz in einem Open Innovation-Ansatz und dessen Validierung in Reallaboren in Bayern. Die Ergebnisse münden in eine Transformations-Roadmap, welche Optimierungspotenziale und konkrete Maßnahmen für eine Implementierung des Konzepts in der Praxis sowie Transfermöglichkeiten in andere Regionen aufzeigt.
Neben der Modellierung des zukünftigen Altholzaufkommens und der Optimierung der Altholzwertschöpfungskette werden mehrere Aufgabengebiete verfolgt:
(1) Dimensionserhaltende Nutzung von Altholz
(2) Altholz in der Bioraffinerie
(3) Altholz als Substrat für Pilzmyzel basierte Werkstoffe
(4) Entwicklung von kreislaufbasierten Geschäftsmodellen
(5) Ökologische Bewertung der Innovationspfade
(6) Verbraucherakzeptanz der Innovationspfade
Projektleitung: Prof. Dr. Klaus Menrad
Projektkoordiation: Dr. Thomas Decker
Projektbearbeitung: Jonas Krauß, M.A.; Dr. Thomas Decker
Das Projekt wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert und läuft vom 01.01.2023 bis 31.12.2027.
Zu den Projektpartnern gehören neben der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf die Cluster-Initiative Forst und Holz in Bayern gGmbH (Projektkoordination), die Technische Universität München, die Technische Hochschule Rosenheim, die Bayrische Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft, die Franz Obermeier GmbH und die Landpack GmbH. Des Weiteren sind die Pfleiderer Deutschland GmbH und Durmin Entsorgung und Logistik GmbH, der Siempelkamp Maschinen- und Anlagenbau sowie die UPM Biochemicals GmbH als assoziierte Partner unterstützend tätig. Daneben agieren das Chemiecluster Bayern GmbH, das Cluster neue Werkstoffe und Umweltcluster Bayern als Wissenstransferpartner in dem Projekt.
Projektdauer
2023-01-01 – 2027-12-31
Beteiligtes Personal
Projektkoordination
Projektausführung
Jonas Krauß, M.A.
Professur Marketing und Management Nachwachsender Rohstoffe
- Doktorand
- Wissenschaftlicher Mitarbeiter
- Telefon:
- +49 9421 187-210
- Email:
- jonas.krauss@hswt.de
Projektpartner
Funding
Das Projekt wird im Rahmen der Maßnahme „REGULUS - Regionale Innovationsgruppen für eine klimaschützende Wald- und Holzwirtschaft“ vom BMBF unter dem Förderkennzeichen 033L303A gefördert.
- Förderungs-ID
- 033L303A
Aus Sicht des Klimaschutzes bietet die Reduzierung des Torfeinsatzes in Blumenerden ein erhebliches Potenzial zur Verringerung der Treibhausgas-Emissionen. In der Torminderungsstrategie der Bundesregierung ist das Ziel formuliert, dass der Hobby-Gartenbau bis 2026 vollständig auf die Nutzung von Torf verzichten soll.
Ziel des Projekts HOT2 ist es, den Einsatz von torfreduzierten und torffreien Substraten aus nachwachsenden Rohstoffen im Hobbygartenbau zu beschleunigen.
Dafür knüpft HOT2 TV3 an die Ergebnisse des TV 3 des ersten HOT-Projekts (2022 bis 2025) an und vertieft zentrale Fragestellungen zum Anwendungsverhalten von Hobbygärtnerinnen und -gärtnern bei Blumenerden. Dabei werden sowohl die Pflanzenpflege als auch die Nutzung von Informationsmaterialien untersucht. Aus den gewonnenen Erkenntnissen kann eine zielgruppengerechte Kommunikation abgeleitet werden, die unterschiedliche gärtnerische Zielgruppen für torffreies Gärtnern sensibilisiert, und bei der Anwendung unterstützen sollen. Zudem fließen die Erkenntnisse in die Entwicklung gezielter Formate für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren (z.B. Umwelt- und Naturschutzorganisationen, Lehrkräften, Gartenbauvereinen oder Gartenschauen) ein.
Das Projekt wird im Rahmen des Förderprogramms Nachhaltige Erneuerbare Ressourcen des BMLEH gefördert. Projektträger ist die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR). Das Projekt HOT2 TV3 läuft bis zum 30.09.2027.
Die Projektpartner sind das Institut für Gartenbau der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen und die Fachhochschule Erfurt.
Projektdauer
2026-01-01 – 2027-09-30
Beteiligtes Personal
Projektleitung
Projektausführung
Johannes B. Grote-Weber, M.Sc.
Professur Marketing und Management Nachwachsender Rohstoffe
- Doktorand
- Research Assistant
- Telefon:
- +49 9421 187-220
- Email:
- johannes.grote@hswt.de
TUM Campus Straubing
Am Essigberg 3
94315 Straubing
Arbeitspaket (AP) 2 – Konsumentenakzeptanz
Ziel des ProxIMed Projekts ist es, Proteine aus nachhaltigen Quellen in die Lebensmittel- und Futtermittelsysteme des Mittelmeerraums einzuführen. Dadurch soll die Verwendung alternativer Proteine gefördert und etabliert werden. Hierzu werden traditionelle alternative Proteinquellen pflanzlichen Ursprungs (Linsen, Ackerbohnen und Chiasamen), "Novel Food"-Proteinquellen (Mikroalgen, Insekten, Mykoprotein, Tomaten- und Malvenblätter, Wasserlinsen) und Nebenprodukte aus der Landwirtschaft (Tomatentrester, Sesam-, Dattelkuchen) ausgewählt. Zur Herstellung der Proteine werden innovative und umweltfreundliche Verarbeitungstechnologien eingesetzt, die auf eine minimale Belastung der Nährstoffe abzielen. Die alternativen Proteine werden dann in mehr als 20 Endprodukten (Proteinpulverkonzentrate als Zutaten, Kapseln zur Verwendung als Nahrungs-ergänzungsmittel und verschiedene proteinangereicherte Lebens- und Futtermittel) eingesetzt und den Verbrauchern im Mittelmeerraum in verschiedenen Regionen (Naher Osten, Nordafrika und Europa) vorgestellt.
Im AP2 werden verschiedene Untersuchungen zu Verbraucheraspekten und der Erprobung neuer Marketing- und Geschäftsstrategien für neuartige alternative Protein-Lebensmittelprodukte durchgeführt. Dabei wird das allgemeine Interessen der Verbraucher in drei Mittelmeerländern (Türkei, Tunesien, Portugal) an den verschiedenen Lebensmittelprodukten (fermentierte Gemüse-Pickles und Tahin - traditionelle Produkte für die Länder des Nahen Ostens und des Mittelmeerraums; Snackprodukte, Sporternährungsprodukte und Proteinpulver) und Rohstoffquellen für alternative Proteine (z.B. Insekten, Mykoprotein) analysiert.
Dieses Projekt ist Teil des von der Europäischen Union unterstützten PRIMA-Programms und läuft vom 01.04.2023 bis zum 31.07.2027.
Projektteam AP2: Prof. Dr. Klaus Menrad (Leitung), Dr. Agnes Emberger-Klein, Tura Kaso Hamo
Verbundprojektleitung: Prof. Dr. Özlem Özmutlu Karslioglu (HSWT)
Weitere Abbildungen
Projektdauer
2023-04-01 – 2027-07-31
Beteiligtes Personal
Projektkoordination
Projektausführung
Tura Kaso Hamo, M.Sc.
Professur Marketing und Management Nachwachsender Rohstoffe
- Doktorand
- Wissenschaftlicher Mitarbeiter
- Telefon:
- +49 9421 187-214
- Email:
- tura.hamo@hswt.de
Klimafreundliche Antriebe in der Landwirtschaft können dazu beitragen, Treibhausgase in der Pflanzenproduktion zu reduzieren und somit die Klimaschutzziele des Agrarsektors zu erreichen. Übergeordnetes Ziel des Projekts „TrAkzeptanz“ ist es, die Akzeptanz von klimafreundlichen Antrieben in der Landwirtschaft am Beispiel „Traktor“ zu stärken und ihren vermehrten Einsatz zu fördern. Mit Hilfe von verschiedenen Arbeitsschritten (Ist-Analyse, Analyse von Chancen und Risiken, Untersuchung von Akzeptanz und Kaufmotiven, theoretischen Szenarien und praxisorientierten Fallstudien) werden Anreizmechanismen entwickelt, um den Übergang zu klimafreundlichen Antrieben in der landwirtschaftlichen Pflanzenproduktion voranzutreiben. Diese Anreizmechanismen und die dazugehörigen Projektergebnisse werden durch geeignete Formate an Landwirte, landwirtschaftliche Maschinenhändler, Industrie-, Politik- und Pressevertreter sowie die breite Öffentlichkeit kommuniziert.
Hierzu werden zunächst der Entwicklungsstand alternativer Antriebe für Landmaschinen sowie die regulatorischen Rahmenbedingungen mithilfe einer Literaturrecherche und Expertengesprächen aufgezeigt. Darauf aufbauend werden anhand von Befragungen der Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette („Stakeholder“) Hemmnisse und Beweggründe für die Umstellung auf klimafreundliche Antriebstechnologien identifiziert. Anschließend werden Szenarien erstellt, die die mögliche Entwicklung der Marktdurchdringung erneuerbarer Antriebssysteme in der Landwirtschaft bis hin zum vollständigen Ersatz von fossilem Dieselkraftstoff abbilden. Für diese Szenarien werden die Effekte auf nationaler Ebene, insbesondere hinsichtlich der THG-Einsparung, der THG-Minderungskosten sowie dem erforderlichen Energie- und Rohstoffbedarf ermittelt. Bei einem vollständigen Ersatz von Dieselkraftstoff durch nachhaltige klimafreundliche Antriebsenergien könnten so rund 5 Mio. t Treibhausgase („Tank-to-wheel“) in Deutschland eingespart werden. Daneben werden auf betrieblicher Ebene die Effekte bei der Umstellung auf klimafreundliche Antriebe mittels Fallstudien untersucht. Hierbei werden reale landwirtschaftliche Betriebe modellhaft auf einen Mix geeigneter Antriebstechnologien umgestellt. Die daraus folgenden betriebswirtschaftlichen und ökologischen Auswirkungen werden im Vergleich zum Status quo bewertet. Schließlich werden auf Basis der vorangegangenen Untersuchungsschritte und unter Berücksichtigung nationaler und betriebsspezifischer Effekte Anreizmechanismen erarbeitet, die den Umstieg auf klimafreundliche Antriebe in der Landwirtschaft forcieren helfen. Die Ergebnisse aus dem Vorhaben werden durch die Mitwirkung verschiedener Akteure bei Workshops und Diskussionsrunden bereichert sowie validiert und anschließend in geeigneten Formaten Landwirten, dem Landmaschinenhandel, der Industrie und Politik sowie der breiten Öffentlichkeit vermittelt.
Im Einzelnen sollen mit Hilfe der Projektergebnisse folgende Fragen beantwortet werden:
(1) Was ist der aktuelle Stand der Technik von alternativen Antrieben für Traktoren und wohin geht die Entwicklung?
(2) In welchem regulatorischen Rahmen erfolgen die Entwicklung, das Inverkehrbringen und der Einsatz von Traktoren mit klimafreundlichen Antrieben sowie die Bereitstellung erneuerbarer Antriebsenergien?
(3) Welche Chancen und Risiken für eine erfolgreiche Marktdurchdringung für alternative Antriebe von Traktoren sehen unterschiedliche Akteure?
(4) Wie hoch ist die Akzeptanz von Traktoren mit alternativen Antrieben bei Landwirten?
(5) Welche Anreizmechanismen müssen geschaffen werden, um die Marktdurchdringung von Traktoren mit alternativen Antrieben zu erhöhen?
(6) Welchen Beitrag können landwirtschaftliche Betriebe durch den Einsatz von Traktoren mit klimafreundlichen Antrieben zum Erreichen der Klimaschutzziele leisten?
Die Fragestellungen werden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Professur für Marketing und Management Nachwachsender Rohstoffe, des Technologie- und Förderzentrums sowie des Bundesverbands Bioenergie bearbeitet. Das Projektkonsortium setzt sich somit aus Experten unterschiedlicher Fachdisziplinen mit hoher Expertise in der vorgeschlagenen Themenstellung zusammen und gewährleistet so die erfolgreiche Durchführung des Vorhabens. Gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages im Rahmen des BMEL Forschungs- und Innovationsprogramms „Klimaschutz in der Landwirtschaft“. Die Laufzeit ist vom 01.04.2024 bis zum 31.03.2027.
Projektleitung: Prof. Klaus Menrad
Projektkoordination: Dr. Thomas Decker
Projektbearbeitung: Johannes Buchner, M.Sc.; Dr. Thomas Decker
Projektdauer
2024-04-01 – 2027-03-31
Beteiligtes Personal
Projektkoordination
Projektausführung
Johannes Buchner, M.Sc.
Professur Marketing und Management Nachwachsender Rohstoffe
- Doktorand
- Wissenschaftlicher Mitarbeiter
- Telefon:
- +49 9421 187-203
- Email:
- johannes.buchner@hswt.de
Vor dem Hintergrund hoher Umweltbelastungen und eines starken Energieinputs im Baugewerbe sollen innovative Produkte für den Innenausbau entwickelt und deren Akzeptanz untersucht werden. Durch Zugabe von Pflanzenfasern und Schäumen soll das Gewicht von Lehmbauplatten reduziert werden und leichtere, naturfaserverstärkte Lehmbauplatten entwickelt werden. Die Anforderungen von Handwerker:innen und Verbraucher:innenn an solche Platten werden ebenfalls analysiert. Spezifische Projektziele sind:
- Untersuchung der Machbarkeit von naturfaserverstärkten Lehm-Schäumen aus Nachwachsenden Rohstoffen zur Gewichtsreduktion in Lehmbauplatten
- Entwicklung von leichteren, naturfaserverstärkten Lehmbauplatten auf dieser Basis
- Analyse des Interesses von Bauwilligen und Handwerkern an solchen Lehmbauplatten
- Erstellen von Informationsmaterialien für Baustoffhandel und Handwerk zu Lehmbauplatten und leichteren Lehmbauplatten auf Basis von pflanzenfaserverstärkten Schäumen
Projektdauer
2024-01-01 – 2026-12-31
Beteiligtes Personal
Projektausführung
Sebastian Gründig, M.A.
Professur Marketing und Management Nachwachsender Rohstoffe
- Doktorand
- Wissenschaftlicher Mitarbeiter
- Telefon:
- +49 9421 187-223
- Email:
- sebastian.gruendig@hswt.de
Funding
Gefördert wird es vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.
Des Weiteren werden Unternehmen aus der Agrarbranche und Baubranche an dem Projekt beteiligt sein.
Das Projekt „NWG-Torfersatz“ untersucht die Nutzung regionaler Reststoffe und nachwachsender Rohstoffe als Torfersatzstoffe in Blumenerden und Kultursubstraten. Ziel ist es, den Einsatz von Torf im Gartenbau zu reduzieren und durch umweltfreundlichere Alternativen zu ersetzen. In einem interdisziplinären Ansatz werden die ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekte dieser neuen Substratmaterialien umfassend bewertet.
Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit zwischen mehreren Forschungseinrichtungen durchgeführt. Die Koordination liegt bei der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) in Freising, welche durch das Institut für Gartenbau (IGB) vertreten ist. Als Kooperationspartner sind die Technische Hochschule Rosenheim (THRO) und der TUM Campus Straubing für Biotechnologie und Nachhaltigkeit (MNR-TUMCS) beteiligt. Das Projekt umfasst mehrere spezifische Teilaufgaben, die von den beteiligten Institutionen koordiniert werden:
- Teilaufgabe A (HSWT): Evaluation neuer Torfersatzstoffe sowie Entwicklung von Verfahren zur Qualitätsbeurteilung und Torfquantifizierung.
- Teilaufgabe B (THRO): Aufbereitung regionaler Reststoffe und nachwachsender Rohstoffe für die Verwendung als Torfersatzstoff.
- Teilaufgabe C (MNR-TUMCS): Nachhaltigkeitsbewertung der Torfersatzstoffe, einschließlich ökologischer Bilanzierung, ökonomischer Bewertung und sozialer Nachhaltigkeit.
Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf übernimmt die Gesamtprojektleitung sowie die qualitativen Untersuchungen der Torfersatzstoffe und führt weiterführend die pflanzenbaulichen Versuche durch. Diese Versuche konzentrieren sich auf die Prüfung der Eignung der neuen Substrate für den Einsatz im Gartenbau, wobei sowohl Labor- als auch praxisnahe Experimente durchgeführt werden. Die Technische Hochschule Rosenheim ist für die Aufbereitung der regionalen Reststoffe und nachwachsenden Rohstoffe verantwortlich. Hierzu gehören die Beschaffung, Aufbereitung und Optimierung der Rohstoffe, um deren Eignung als Substratausgangsstoffe sicherzustellen. Der TUM Campus Straubing widmet sich der umfassenden Nachhaltigkeitsbewertung der neuen Torfersatzstoffe.
Im Rahmen der Nachhaltigkeitsbewertung (Teilaufgabe C) werden die Umweltwirkungen der neuen Torfersatzstoffe entlang der gesamten Wertschöpfungskette systematisch untersucht. Schwerpunkte dieser Untersuchung sind die Erfassung und Auswertung grundlegenden Daten der Produktion wie der Verarbeitung. Mithilfe von Ökobilanzierungen sollen sowohl die ökologischen Vorteile als auch potenzielle ökologische Belastungen der neuen Substrate identifiziert werden, um eine fundierte Bewertung ihrer Nachhaltigkeit zu ermöglichen.
Die ökonomische Analyse soll sich auf die Bewertung der Kosten und Verfügbarkeit der neuen Torfersatzstoffe konzentrieren. Dabei sollen regionale Mengen sowie die mögliche Preisgestaltung für Substrathersteller analysiert werden, um die Marktpotenziale und die wirtschaftliche Tragfähigkeit der neuen Substrate zu ermitteln. Ein weiterer Bestandteil der Bewertung soll die soziale Nachhaltigkeit sein. In diesem Bereich soll ein Ansatz zur Bewertung der sozialen Auswirkungen der neuen Substrate entwickelt werden, insbesondere im Hinblick auf Beschäftigungsverhältnisse und Arbeitsbedingungen in den betroffenen Branchen.
Zusätzlich sollen innerhalb des Projektes Maßnahmen zur Einführung der neuen Torfersatzstoffe in die gärtnerische Praxis entwickelt werden. Diese umfassen die Anpassung von Kulturverfahren sowie die Bereitstellung von Handlungsempfehlungen für Produzenten und Anwender, um die Umstellung auf torffreie Substrate zu unterstützen.
Langfristig zielt das Projekt darauf ab, den Einsatz von Torfersatzstoffen in Blumenerden und Kultursubstraten signifikant zu steigern, um den ökologischen Fußabdruck der gärtnerischen Produkte zu reduzieren. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit und die systematische Bewertung sollen zudem die wissenschaftliche Expertise in diesem Bereich ausgebaut und Grundlagen für zukünftige nachhaltige Entwicklungen geschaffen werden.
Laufzeit: 01.07.2023-30.06.2026
Verbundprojektleitung: Dr. Dieter Lohr
Teilprojektleitung: Prof. Dr. Klaus Menrad
Projektkoordination: Dr. Dieter Lohr
Projektbearbeitung: Michael Mußer, M.Sc., IGB (Teilaufgabe A), Alisa Kehr, M.Sc., THRO (Teilaufgabe B), Phillip Olak, M.Sc., MNR (Teilaufgabe C)
Weitere Abbildungen
Projektdauer
2023-07-01 – 2026-06-30
Beteiligtes Personal
Projektkoordination
Projektausführung
Phillip Olak, M.Sc.
Professur Marketing und Management Nachwachsender Rohstoffe
- Doktorand
- Wissenschaftlicher Mitarbeiter
- Email:
- phillip.olak@hswt.de
TUM Campus Straubing
Am Essigberg 3
94315 Straubing